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Uwe Spieß
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Anja Hoffmann

In dieser tiefgehenden und bewegenden Folge spreche ich mit Anja Hoffmann (https://www.leereliebelicht.de/), ehrenamtliche Krisenbegleiterin beim Arbeitskreis Leben (https://suizidpraevention-bw.de/standorte/) in Karlsruhe. Nach einer Begegnung auf dem CSD Karlsruhe sprechen die beiden über ein wichtiges, oft tabuisiertes Thema: Suizidprävention, Warnsignale im Alltag, Risikogruppen wie queere Menschen und Jugendliche sowie den Umgang mit Hinterbliebenen.

Die Kernthemen der Folge im Überblick:

  • Der Arbeitskreis Leben: Anja Hoffmann stellt die ehrenamtliche Krisenbegleitung vor. Das Angebot ist kostenfrei, vertraulich und niedrigschwellig und begleitet Betroffene sowie Angehörige über einen unbegrenzten Zeitraum.
  • Risikogruppen: In der queeren Gemeinschaft sind Suizidzahlen und Belastungen durch Minderheitenstress, Ausgrenzung oder Mobbingerfahrungen deutlich erhöht. Auch andere wie Jugendliche oder Menschen mit psychischen Erkrankungen werden besprochen.
  • Die Phasen der Suizidalität: Suizidgedanken entwickeln sich oft in drei Schritten – dem Erwägungsstadium, der Ambivalenzphase und der gefährlichen Entschlussphase, die oft als „Ruhe vor dem Sturm“ gilt.
  • Warnsignale erkennen: Rund 90 Prozent aller Suizide werden direkt oder indirekt angekündigt. Subtile Verhaltensänderungen, Rückzug oder plötzliche Veränderungen können auf eine Krise hindeuten.
  • Richtig ansprechen: Verhaltensänderungen sollten neutral angesprochen werden. Wenn man sich stabil fühlt, sollte die Frage nach Suizidgedanken direkt und ohne Umschweife gestellt werden. Wichtig: Niemals zum Geheimnisträger machen und den Selbstschutz wahren.
  • Männer und Suizid: Etwa 75 Prozent der vollendeten Suizide betreffen Männer, da sie oft zu härteren Methoden greifen und seltener über ihre Gefühle sprechen.
  • Junge Menschen und Einsamkeit: Die Zunahme von Krisen bei Jugendlichen hängt unter anderem mit der Pubertät als biologischer Krise, Cybermobbing, Social Media und den Nachwirkungen der Corona-Zeit zusammen.
  • Die Situation von Hinterbliebenen: Nach einem Suizid erleben Hinterbliebene oft Einsamkeit, Stigmatisierung und Vorwürfe. Das erste Jahr gleicht meist einem reinen Überlebenskampf, und die intensive Trauer bricht oft erst nach dem ersten Jahrestag richtig auf.

Hilfsangebote Suizidalität / Trauer nach Suizid:

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.dgs-suizidpraevention.de/betroffene-und-angehoerige/

Landesarbeitsgemeinschaft aller 10 Arbeitskreise Leben B-W: https://www.dgs-suizidpraevention.de/betroffene-und-angehoerige/

AGUS-Selbsthilfe – Angehörige um Suizid: https://www.agus-selbsthilfe.de/

Deutsche Depressionshilfe: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/hilfe/wegweiser-zur-hilfe

Jugendliche in (suizidalen) Krisen

Kinder- und Jugendtelefon: https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/kinder-und-jugendtelefon/

Online-Peer-Beratung speziell für Jugendliche und junge Erwachsene:
U25 Deutschland: https://www.u25-deutschland.de/

Youth Lifeline: https://www.youth-life-line.de/

Allgemeine Hilfsangebote

Telefonseelsorge: https://www.telefonseelsorge.de/

Krisenkompass: Die App der Telefonseelsorge: https://www.telefonseelsorge.de/krisenkompass/

Weitere erwähnte Links

Profiler Suzanne: https://profilersuzanne.com/

Das Buch über Cybermobbing: COOL IM KREUZFEUER: SCHLAMMSCHLACHTEN, CYBERMOBBING UND RUFMORDKAMPAGNEN SOUVERÄN ÜBERSTEHEN: https://shop.profilersuzanne.com/products/buch-cool-im-kreuzfeuer

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Kapitelmarker:

(00:00) Begrüßung & das unerwartete Kennenlernen auf dem CSD Karlsruhe

(02:35) Der Arbeitskreis Leben: Kostenfreie Krisenbegleitung und Präventionsarbeit

(04:49) Risikogruppen im Fokus: Warum u.a. queere Menschen häufiger betroffen sind

(08:56) Warnsignale erkennen: Wie äußern sich Suizidgedanken im Alltag?

(13:09) Die drei Phasen der Suizidalität: Vom Erwägen über die Ambivalenz bis zur Entschlussphase

(20:46) Richtig ansprechen: Wie man Verhaltensänderungen bemerkt und direkte Fragen stellt

(26:02) Geschlechterunterschiede: Warum drei Viertel der vollendeten Suizide Männer betreffen

(28:16) Junge Menschen, Pubertät, Cybermobbing und die Folgen von Social Media

(33:22) Prävention und konkrete Hilfsangebote (Telefonseelsorge, Webportale und Anlaufstellen)

(47:10) Die Perspektive der Hinterbliebenen: Einsamkeit, Stigmatisierung und der lange Weg der Trauer

(50:40) Geht liebevoll miteinander um!